"It does not matter how slow you go so long as you do not stop."

6th September 2010

Video

Blog-Praktikant war über das Wochenende noch richtige fleissig:
Das erste Interview führe ich bei Bekannten. Thorsten, der Hausherr, hat selber zwölf Jahre gedient und bezeichnet sich selber als Angehörigen der “alten” Bundeswehr. Was er denn vom Einsatz in Afghanistan halte, frage ich. “Nichts” antwortet er um sich danach ausführlich zu erklären. “Das führt doch zu nichts” sagt er und verweist auf die Gefallenen um gleich danach auf die bisherige Bilanz des Engagements zu kommen. Ergebnisse seien Mangelware. Er würde die Bundeswehr lieber in ihrer alten Rolle, als Verteidigungsarmee sehen. Seiner Meinung nach, gehe von Afghanistan keine direkte Gefahr mehr für die Bundesrepublik aus, der Krieg wäre eine regionale Angelegenheit, die uns nicht mehr betreffen würde. Außerdem würden die Kameraden blauäugig in den Einsatz geschickt. Nicht genug vorbereitet auf das was kommt und zu jung um es zu begreifen.  Er wäre damals auch gegangen, “keine Frage” so der ehemalige Soldat. Aber heute, mit “mehr Lebenserfahrung”, würde er das ganze anders sehen.

Im Anschluß fahre ich nach Bremerhaven, schliesslich wil ich Sie, liebe Leser nicht enttäuschen, und noch ein Video mit maritimen Hintergrund drehen ;-)

Nach ein wenigen Minuten kann ich Frau Broder, eine Urlauberin, überzeugen ihre Sicht der Dinge vor der Kamera darzulegen. Eine Gegnerin des Einsatzes ist sie, weil “jeder ein Recht auf Menschlichkeit und Frieden hat”. Sieht sieht in den westlichen Truppen den Auslöser für Gewalt und Krieg. Ein Abzug würde also zur Befriedung Afghanistans führen. Auf meine Frage, ob man mittlerweile wieder stolz sein könne, auf deutsche Soldaten, antwortet sie mit einem längeren Monolog, der wohl eher eine Abrechnung mit der Politikerkaste generell sein sollte. Eine Antwort auf meine Frage bekomme ich nicht. Die Soldaten tun ihr allerdings leid fügt sie hinzu, würden sich aber letztendlich selbst für ihren Beruf entscheiden, so Frau Broder.